Minoische Kultur

Die Minoische Kultur entstand auf der Insel Kreta um 2600 v.Chr. und erhielt ihren Namen von dem legendären König Minos. Sie stellte ein Konglomerat mehrerer Siedlungen dar, die überwiegend von der Landwirtschaft lebten. Dank günstiger klimatischer Bedingungen und der Fruchtbarkeit der Böden erreichten die Bewohner der Insel rasch eine Überproduktion an Olivenöl, Wein und Honig, so dass sie einen regen Handel mit den benachbarten Völkern (Ägypten, Zypern, Kykladen, griechisches Festland) betreiben konnten. Der wirtschaftliche Aufschwung war von Arbeitsspezialisierung und wachsenden sozialen Unterschieden begleitet. Auf Grund von archäologischen Entdeckungen kann man die sozialen Schichten der Bauern, Handwerker und Soldaten erkennen. Es gab auch eine wichtige Berufsgruppe der Beamten, die vor allem mit der Güterverwaltung beschäftigt waren. Die großräumigen Warenlager, sowie spezielle Räume mit Warenlisten zeugen von dem Ausmaß der wirtschaftlichen Aktivitäten dieser Epoche.

Die wichtigsten Zentren auf Kreta waren Knossos, Phaistos und Malia. Zunächst waren diese Zentren wahrscheinlich gleichberechtigt und kontrollierten ihr eigenes Territorium. Mitte des 18. Jahrhunderts v.Chr. vereinte Knossos das gesamte kretische Gebiet unter seiner Führung und die Herrscher anderer Paläste wurden Vasallen des Königs von Knossos. Die Stellung des minoischen Königs unterschied sich jedoch beträchtlich von den mittelalterlichen westeuropäischen Monarchen, wie man aus der räumlichen Nähe der königlichen Gemächer zu Lagern oder Werkstätten in den sogenannten Palästen schließen kann. Die Paläste stellten einen riesigen Gebäudekomplex dar, der um den Zentralhof (60 x 28 Meter) organisiert war. Um diesen Hof befanden sich zahlreiche (ca. 1000) Gebäude aus Ziegel und Stein, die manchmal 5 Stockwerke erreichten. Heute sind die Reste solcher Paläste in Knossos, Phaistos und Malia) ausgegraben worden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass noch weitere Paläste auf ihre Entdeckung warten.

Ein Erdbeben auf der Insel Santorin im 17. Jahrhundert v.Chr. und ein Tsunami nach diesem Erdbeben schwächten diese großartige Kultur. Um 1430 v.Chr. eroberten die Mykener vom griechischen Festland aus Kreta und zerstörten die Paläste.

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