Sowjetunion

Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, besser bekannt unter ihrem Kurznamen Sowjetunion oder UdSSR, war ein multinationaler Staat in Osteuropa und Nordsien, der zwischen 1920 und 1991 existierte.

Die Sowjetunion wurde am 30. Dezember 1922 in Folge der Machtübernahme in Russland durch die Kommunistische Partei unter Lenin im Jahre 1917 gegründet und vereinigte den größten Teil der Gebiete des ehemaligen Russischen Imperiums. Sie wurde juristisch gesehen als eine Föderation organisiert und bestand aus 15 Sowjetischen Sozialistischen Republiken (SSR):

  • Armenische SSR
  • Aserbaidschanische SSR
  • Estnische SSR
  • Georgische SSR
  • Kasachische SSR
  • Kirgisische SSR
  • Lettische SSR
  • Litauische SSR
  • Moldauische SSR
  • Russische SFSR
  • Tadschikische SSR
  • Turkmenische SSR
  • Ukrainische SSR
  • Usbekische SSR
  • Weißrussische SSR

Jede Republik verfügte über ein eigenes Parlament, eine eigene Regierung, Gerichtsbarkeit, Hymne, Flagge, offizielle Sprache usw., d.h. sie war mit allem ausgestattet, was einen eigenständigen Staat ausmacht. Die direkte Unterordnung der Sowjetrepubliken unter die obersten Organe der Sowjetunion relativierte jedoch stark ihre Eigenständigkeit. Um das Risiko einer tatsächlichen Selbständigkeit zu minimieren, wurde die Sowjetische Armee so organisiert, dass die militärischen Bezirke sich mit dem Gebiet der jeweiligen Republik nicht  überschnitten.

Die politische Führung in der Sowjetunion hatte die Kommunistische Partei inne. Sie wurde nach dem territorial-betrieblichen Prinzip organisiert: Jeder Betrieb, in dem mindestens 3 Kommunisten arbeiteten, hatte eine Basisorganisation; die Basisorganisationen unterstanden den städtischen Komitees, die ihrerseits den Entscheidungen der Gebietsparteikomitees folgten. Über den Gebietsparteikomitees stand das Zentralkomitee der Republik und das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU). Der Generalsekretär der KPdSU war der eigentliche Staatschef. In der Geschichte der Sowjetunion gab es 6 Generalsekretäre (manchmal wurden sie auch als 1. Sekretär des ZK bezeichnet)

  • Wladimir Lenin (1917 – 1924)
  • Josef Stalin (1922 – 1953)
  • Georgi Malenkow (1953)
  • Nikita Chruschtschow (1953 – 1964)
  • Leonid Breschnew (1964 – 1982)
  • Juri Andropow (1982 – 1984)
  • Konstantin Tschernenko (1984 – 1985)
  • Michail Gorbatschow (1985 – 1991)

Der letzte Generalsekretär der KPdSU schlug unter dem Motto „Glasnost und Perestrojka“ (Transparenz und Umbau) einen Reformkurs ein, der vor allem im Bereich der Demokratisierung der Gesellschaft Erfolg hatte. Seine Politik führte jedoch zur Erhärtung der Fronten zwischen denjenigen, die das System aus aller Kraft erhalten wollten, und denen, die einen gründlichen Staatsumbau verlangten. In Folge eines Putsches im August 1991 zeigte sich, dass Michail Gorbatschow keine Macht mehr im Land besaß und er wurde von Boris Jelzin abgelöst. Die Kommunistische Partei wurde verboten und die Sowjetrepubliken erklärten ihre Unabhängigkeit. Am 8. Dezember 1991 wurde die Auflösung der Sowjetunion offiziell bekannt gegeben. Der Nachfolgestaat der Sowjetunion war Russland.