Bretagne

Die Bretagne befindet sich im Westen Frankreichs. Sie ist eine große Halbinsel, deren Küstenlinie (genannt Armor - Land am Meer) die längste aller französischen Regionen ist. Die Atlantikküste ist im Norden und Westen eher felsig und rau (hier befinden sich die berühmten Badeorte Saint-Malo, Trégastel, Roscoff, Dinard und Perros-Guirec), während man im Süden flache Waldgebiete vorfindet.

Das Landesinnere (Argoat - Land am Wald) lässt sich naturräumlich in zwei Bereiche einteilen:

  • im Osten (Oberbretagne) - weite Ebenen
  • im Westen (Unterbretagne) - Reste des Armorikanischen Gebirges (ursprünglich bis 4000 m hoch): Monts d'Arrée und Montagnes Noires.

Der Roc Trevezel und Signal de Toussaines sind mit jeweils 384 m über dem Meeresspiegel die höchsten Erhebungen.

Administrative Gliederung. Die Region Bretagne ist in 4 Départements aufgeteilt:

Die Bevölkerung verteilt sich ungleichmäßig. Das Landesinnere ist schwach besiedelt. Der größte Teil der Bevölkerung konzentriert sich in den Städten entlang der Küste.

Die Bretonen versuchen weiterhin ihre regionale Kultur zu bewahren. Dies zeigt sich vor allem in der Beibehaltung der bretonischen Sprache, der regionalen Bräuche, in der Verbreitung der regionalen Musikinstrumente (Oboe - bombarde und bretonischer Dudelsack - biniou) und Trachten. Oft sieht man auch die berühmten bretonischen weißen Spitzenhauben (coiffes) als Kopfbedeckung der Frauen.

In der frühgeschichtlichen Periode wurde das Gebiet der Bretagne von keltischen Volksstämmen besiedelt. Der größte Stamm waren die Veneter im Süden der Halbinsel. In der Schlacht beim Golf von Morbihan unterwarf die römische Armee die Gallier. Ab 27 v.Chr. wurden diese Gebiete in die Gallia Lugdunensis integriert.
Auf der Flucht vor germanischen Einwanderern im 5. Jahrhundert gelangten viele keltische Stämme vor allem aus Britannien in diese Region. Seit diesem Zeitpunkt wird die Halbinsel Britannia Minor genannt. Dies führte zu der heutigen Bezeichnung Bretagne.
In der Zeit der Merowinger gelang es den französischen Königen nicht, die Gebiete völlig zu unterwerfen. Im Jahre 845 erkennt Karl der Kahle die Unabhängigkeit der Bretagne an. Erst mit der Heirat von Anne de Bretagne mit Karl VIII. wird die Bretagne mit Frankreich vereinigt.
Bis zur französischen Revolution behielt aber die Bretagne einen besonderen Status und zahlreiche Privilegien bei. Während der 1. Republik wurde das Gebiet in 5 Departements aufgeteilt, mit gleichen Rechten wie alle anderen französischen Departements. Dies löste in der Bevölkerung Unzufriedenheit aus. Dadurch war es nicht verwunderlich, dass sich von der Bretagne aus einer der größten antirevolutionären Aufstände verbreitete – die Chouannerie.

Unsere Reisetipps für die Bretagne: Auray, Carnac, Dinard, Rennes u.a.