Napoleon I.

Napoleon Bonaparte wurde am 15. August 1769 in Ajaccio geboren.

Im Alter von 9 Jahren bekam er ein königliches Stipendium für verarmte französische Adlige, das ihm erlaubte an der Militärschule von Brienne (heute Brienne-le-Château) und später in Paris zu studieren. Seit 1785 war Napoleon im aktiven Dienst als Leutnant der Artillerie. In der königlichen Armee waren seine Aufstiegchancen jedoch begrenzt und erst die Französische Revolution ermöglichte ihm eine Karriere. Durch sein kluges Einsetzen der Artillerie bei der Befreiung von Toulon, das die Schlacht für die revolutionäre Armee gegen die Royalisten entschied, bekam Napoleon auf Empfehlung von Auguste Robespierre am 14. Januar 1794 den Grad eines Brigadegenerals. Nach weiteren militärischen Erfolgen wurde er mit dem Oberbefehl der Italienarmee betraut. Seine beeindruckenden Siege für die Revolutionsarmee zwangen Österreich den Friedensvertrag von Campo Formio auf, durch welchen Frankreich Belgien, die Lombardei und das Rheinufer erhielt. In Italien errichtete Napoleon mehrere Satellitenstaaten, die nach republikanischen Idealen organisiert wurden. Napoleon wurde in Frankreich als Sieger gefeiert. Selbst seine Misserfolge in Ägypten konnten seinem Image als populärster General der Republik nichts anhaben.

Am 9. November 1799 organisierte Bonaparte zusammen mit Sieyès und Fouché einen Staatsstreich, der das Direktorium durch ein Konsulat mit drei Konsuln ersetzte. Napoleon setzte sich als erster Konsul an die Spitze des Triumvirats. Am 22. Dezember 1799 verabschiedete er die neue Verfassung, die ihm auf 10 Jahre die höchste Position der Exekutive sicherte. Napoleon führte mehrere tiefgreifende Reformen durch, die noch heute als «Revolutionäres Erbe» Frankreichs bezeichnet werden.

Außerdem gelang es Napoleon, auch auf Grund der erfolgreich geführten Kriege, den Haushalt zu sanieren. Seine Macht wuchs und am 2. August 1802 ließ er sich zum Konsul auf Lebenszeit ernennen und zwei Jahre später zum Kaiser der Franzosen krönen. Er setzte seine Expansionspolitik in Europa fort und eroberte Italien, einen Teil Preußens, Portugal, Polen... Im Jahre 1812 entschloss sich Napoleon zu einem Feldzug gegen Russland, der in eine komplette Niederlage der Franzosen mündete. Preußen und Österreich schlossen sich Russland zu einer antinapoleonischen Koalition an. Am 31. März 1814 eroberten die Verbündeten Paris. Napoleon musste abdanken und wurde ins Exil auf die Insel Elba geschickt. Der Senat berief Ludwig XVIII. auf den französischen Thron.

Am 1. März 1815 gelang Napoleon die Flucht nach Frankreich. In kürzester Zeit stellte er seine Macht wieder her und Ludwig XVIII. floh nach Gent. Diese Nachricht führte zur Wiederaufnahme des Krieges der Alliierten gegen Frankreich. In der entscheidenden Schlacht bei Waterloo am 18. Juni 1815 erlitt Napoleon eine schwere Niederlage. Napoleon wurde in Gefangenschaft genommen und auf die Insel St. Helena verbannt, wo er am 5. Mai 1821 starb. Seine Leiche wurde 1840 nach Paris überführt und im Invalidendom beigesetzt.

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